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Castle Pharmacy (Schlossapotheke) between the Cathedral (Dom) on the left, and the Royal Castle (koenigliches Schloss) on the right, from Schinkel´s revised Museum plan from March-April, 1824, detail.
© Hermann G. Pundt, Schinkels Berlin (Berlin: Propyläen Verlag, 1981), 325.
Joost Meuwissen, Scheme of the reconstruction of the Berlin Castle, April, 2005, central perspective, with the Pharmacy in the middle.
© Joost Meuwissen, April 2005. Ball pen on paper, 29,7 x 21 cm., detail. Architect´s collection.

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Posted 16 Jul 2005

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Joost Meuwissen, ‘Die Apotheke’, Fun Palace 200X – Der Berliner Schlossplatz. Abriss, Neubau oder grüne Wiese? Edited by Philipp Misselwitz, Hans Ulrich Obrist and Philipp Oswalt, translated by Turid Weingartz and Martin Schmitz (Berlin: Martin Schmitz Verlag, 2005), 196-197.

Die Apotheke

Joost Meuwissen

Zuerst sollte die Apotheke, die neben dem alten Schloss stand, wieder aufgebaut werden. Dann erst das Schloss. Die Apotheke war historisch wichtiger als das Schloss oder der Asbestpalast der Republik. Zweitens sollte dann das Schloss langsam wieder aufgebaut werden, Stockwerk für Stockwerk, über Generationen. Der Wiederaufbau ist das eigentliche Ereignis, eine kollektive Herausforderung wie bei einer gotischen Kathedrale.
Die Apotheke wird den hässlichen Verkehr zwischen Schloss und Lustgarten abschneiden und letzterer sollte nach Schinkels Originalplänen von 1828 wieder hergerichtet werden. Es wird ein ruhiger Platz, von dem man den Wiederaufbau beobachten kann. Schinkels Schlossbrücke rückt ebenso in ein neues Licht. Sie markiert das Ende der Straße wie bei der Champs Elysées, die auch am Schloss endet. Was den Autoverkehr angeht, zwischen der Kathedrale und der benachbarten Apotheke würde es nur Fußgänger und Fahrräder geben und woanders keine neuen Probleme schaffen.
Das Schloss sollte in sechs Etagen aufgeteilt werden, die jeweils von der nächsten Generation im Rhythmus von 30 Jahren gebaut werden, was annähernd zwei Jahrhunderte bedeuten würde. Ein beispielhaftes Ritenuto, das sich langsam entfaltet und viele Möglichkeiten für kommende Generationen offen hält. Diese Unterteilung in Etagen/Generationen macht die Realisation funktional und finanziell einfacher und flexibler. Kulturelle Anforderungen könnten schnell untergebracht werden.
Der öffentliche Mittelpunkt, nach dem die Offiziellen fragen ist immer auf dem Dach. Historisch macht die Ausdehnbarkeit des öffentlichen Raums nach innen und außen keinen Sinn, das Schloss bleibt in seiner Anordnung und Umgebung unverständlich. Der Mittelpunkt auf dem Dach ist allein Teil des Gebäudes, der sich mit jeder Generation verändert und wächst.

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berlin schloss square

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